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Welche Disziplinen gibt es beim Westernreiten?

 

westernreitenWesternreiten – Disziplin und Freiheit im Sattel

Wie bei der englischen Reitweise gibt es auch im Westernreiten verschiedene Disziplinen – vom einfachen Reiten bis zur hohen Schule. Diese sollen im Folgenden vorgestellt werden:

  • Western Pleasure:

Der Name ist Programm: Es soll für Pferd und Reiter ein Vergnügen sein! Was einfach und mühelos erscheint, erfordert höchste Konzentration von Pferd und Reiter. Am langen Zügel werden die drei Grundgangarten vorgeführt. Die Hilfen sollen kaum sichtbar, die Übergange in die Gangarten leicht und fließend sein. Bewertet werden die Harmonie zwischen Pferd und Reiter, die Gangarten und das Tempo. Dieses soll langsam und weich geritten werden.

  • Western Horsemanship:

Diese Disziplin verlangt eine große Kontrolle über das Pferd. Es werden sehr anspruchsvolle Aufgaben an Pferd und Reiter gestellt. Bewertet wird hier der Reiter. Wie exakt sind seine Hilfen? Wie seine Haltung während der Aufgaben? Die Disziplin besteht aus 2 Teilen. Dem Pattern – in dem der Reiter eine Einzelaufgabe exakt ausführen muss – und die Railwork, die dem Pleasure gleicht. Es wird aber nur der Reiter bewertet.

  • Western Riding:

Die Königsklasse der Disziplinen. Hier müssen fliegende Galoppwechsel auf dem Punkt genau und am möglichst langen Zügel durchgeführt werden. Bewertet werden vor allem die Präzision bei den Galoppwechseln, aber auch die scheinbare Leichtigkeit und Reitqualität.

  • Reining:

Rasant und immer im Galopp wird im Reining geritten. Trotzdem gilt es als Dressur des Westernreitens. In der wohl populärste Form Europas wird unter anderen aus dem vollen Galopp gestoppt (sliding stops), 360 Grad Drehungen (Spins) und fliegende Galoppwechsel vollführt. Bei alle dem muss das Pferd immer ruhig bleiben.

  • Trail:

Hier ist Geschicklichkeit gefordert. Es müssen verschiedene, nachgestellte Gelände-Hindernisse bewältigt werden: Holzbrücken überqueren, Stangen überreiten, ein Tor öffnen und durchreiten – um nur einige zu nennen.

  • Barrel Race und Pole Bending:

Sind Disziplinen, wo Hindernisse im Slalom bewältigt werden müssen. Diese dürfen nicht umgeschmissen werden.

  • Superhorse:

Die hohe Schule des Westernreitens. Es ist eine Mischung aus den Disziplinen Reining, Trail, Western Riding und Pleasure. Hier ist eine hohe Vielseitigkeit des Pferdes gefragt.

Desweiteren gibt es Disziplinen, in denen mit Rindern gearbeitet wird:

  • Cutting:

hier muss innerhalb von 2,5 Minuten ein Rind aus der Herde gelöst werden. Ist dies geschafft, darf der Reiter dem Pferd keine sichtbaren Hilfen mehr geben, um das Rind daran zu hindern zu der Herde zurück zu kehren.

  • Working Cowhorse:

Hier wird erst eine Reining Disziplin (Dry Work) geritten. Im zweiten Teil wird ein Rind in die Bahn gelassen, welches kontrolliert werden muss (Fence Work).

  • Team Penning:

Ein Team von 3 Reitern muss innerhalb von 2,5 Minuten bis zu 3 Rinder in einen Pferch sperren.

Zu erwähnen sei auch die Disziplin Halter: Hier wird das Pferd an der Hand vorgestellt und bewertet. Es soll dem Idealbild eines Quater Horses so nah wie möglich kommen.

Wichtig ist auch das richtige Schuhwerk zum Westernreiten. Westernreiter setzen auf Marken wie Boulet oder Twisted X

Warum benutzt man beim Westernreiten eine Kandare?

 

Western KandareWesternreiten hat sich in den letzten Jahren immer mehr auch in Deutschland durchgesetzt und gilt als eine schöne Alternative zum klassischen Dressur- oder Springsport. Wer träumt nicht manchmal vom Wilden Westen, wo die Luft voll von Blöken der Rinder ist und starke Männer mit großen Hüten unter freiem Himmel ihr Vieh zusammen halten?

Doch diese Vorstellung ist mehr als nur ein Mythos. Westernreiten ist mittlerweile eine sehr anspruchsvolle Reitweise geworden, die sowohl vom Pferd, als auch vom Reiter eine solide und sehr vertrauensvolle Basis erfordert.

Iberische Reitschule

Die spanische Reitkunst gilt als Ursprung des Westernreitens. Aus ihr entwickelten sich auch die Sättel und die Zäumung dieses Reitstils.

Westernreiten gilt als schonendes Reiten sowohl für Pferd, als auch für Reiter. Doch dann stellt sich einem die Frage, warum man beim Westernreiten eigentlich eine Kandare benutzt. Der grobe Sinn und Zweck einer Kandare ist, auf das Pferd eine gewisse Kraft auszuüben, vor allen Dingen dann, wenn man nur mit einer Hand reitet und das sieht man bei Westernreitern ja sehr oft. Das ist auch der Hauptgrund, warum in beim Westernreiten in der Regel mit Kandare, oder hier in der Amtssprache Bit genannt, reitet.

Doch trotzdem ist auch beim Westernreiten der Umgang mit der Kandare nur von einem gut ausgebildeten Reiter auszuführen. Zunächst sollte daher der Reiter den Umgang mit der sogenannten Snaflebit, das ist eine Wassertrense, lernen. Mit ihr kann er selbst ausgebildet werden, eine weiche Hand für das Pferdemaul zu entwickeln.

Irrglaube ist dagegen, dass ein Reiter erst dann ein Westernpferd richtig beherrscht, wenn es mit einer Kandare geführt wird. Ein unerfahrener Reiter kann einem Pferd damit großen Schaden zufügen und sich im schlimmsten Fall sogar selbst in Gefahr bringen. Im Westernreiten kommen die meisten Hilfen von den Zügelhilfen und auch hier hängen die Zügel nicht nur durch. Der gute Westernreiter allerdings arbeitet zuerst mit seinem eigenen Gewicht und den Schenkelhilfen. Der Einsatz der Kandare ist aber trotzdem nicht zu verachten. Allerdings sollte man wirklich erst mit einer Wassertrense üben, bis man den Übergang zur Kandare ordentlich beherrscht und dann auch professionell anwenden kann.

Westernreiten gilt im Reitsport als ein sehr freies Reiten, und manch ein Kenner zeigt sich schockiert, wenn ein Westernpferd mit Kandare geritten wird. Doch wie gesagt, wenn dies von einem erfahrenen Reiter geschieht, ist der Einsatz einer Kandare auch im Westernreiten nicht zu verpönen. Im Gegenteil, sie ist eine große Hilfe, da der Westernreiter in vielen Disziplinen einhändig reiten muss und durch die Kandare eine bessere Führung und Beherrschung über das Pferd hat.