Warum benutzt man beim Westernreiten eine Kandare?
Westernreiten hat sich in den letzten Jahren immer mehr auch in Deutschland durchgesetzt und gilt als eine schöne Alternative zum klassischen Dressur- oder Springsport. Wer träumt nicht manchmal vom Wilden Westen, wo die Luft voll von Blöken der Rinder ist und starke Männer mit großen Hüten unter freiem Himmel ihr Vieh zusammen halten?
Doch diese Vorstellung ist mehr als nur ein Mythos. Westernreiten ist mittlerweile eine sehr anspruchsvolle Reitweise geworden, die sowohl vom Pferd, als auch vom Reiter eine solide und sehr vertrauensvolle Basis erfordert.
Iberische Reitschule
Die spanische Reitkunst gilt als Ursprung des Westernreitens. Aus ihr entwickelten sich auch die Sättel und die Zäumung dieses Reitstils.
Westernreiten gilt als schonendes Reiten sowohl für Pferd, als auch für Reiter. Doch dann stellt sich einem die Frage, warum man beim Westernreiten eigentlich eine Kandare benutzt. Der grobe Sinn und Zweck einer Kandare ist, auf das Pferd eine gewisse Kraft auszuüben, vor allen Dingen dann, wenn man nur mit einer Hand reitet und das sieht man bei Westernreitern ja sehr oft. Das ist auch der Hauptgrund, warum in beim Westernreiten in der Regel mit Kandare, oder hier in der Amtssprache Bit genannt, reitet.
Doch trotzdem ist auch beim Westernreiten der Umgang mit der Kandare nur von einem gut ausgebildeten Reiter auszuführen. Zunächst sollte daher der Reiter den Umgang mit der sogenannten Snaflebit, das ist eine Wassertrense, lernen. Mit ihr kann er selbst ausgebildet werden, eine weiche Hand für das Pferdemaul zu entwickeln.
Irrglaube ist dagegen, dass ein Reiter erst dann ein Westernpferd richtig beherrscht, wenn es mit einer Kandare geführt wird. Ein unerfahrener Reiter kann einem Pferd damit großen Schaden zufügen und sich im schlimmsten Fall sogar selbst in Gefahr bringen. Im Westernreiten kommen die meisten Hilfen von den Zügelhilfen und auch hier hängen die Zügel nicht nur durch. Der gute Westernreiter allerdings arbeitet zuerst mit seinem eigenen Gewicht und den Schenkelhilfen. Der Einsatz der Kandare ist aber trotzdem nicht zu verachten. Allerdings sollte man wirklich erst mit einer Wassertrense üben, bis man den Übergang zur Kandare ordentlich beherrscht und dann auch professionell anwenden kann.
Westernreiten gilt im Reitsport als ein sehr freies Reiten, und manch ein Kenner zeigt sich schockiert, wenn ein Westernpferd mit Kandare geritten wird. Doch wie gesagt, wenn dies von einem erfahrenen Reiter geschieht, ist der Einsatz einer Kandare auch im Westernreiten nicht zu verpönen. Im Gegenteil, sie ist eine große Hilfe, da der Westernreiter in vielen Disziplinen einhändig reiten muss und durch die Kandare eine bessere Führung und Beherrschung über das Pferd hat.